Staatsoper- Audiodeskription
Die Audiodeskription beschreibt mit der Nordansicht den Haupteingang der Staatsoper Unter den Linden. Diese Ansicht zeigt die schmale Seite des Gebäudes, seine Längsseite ist zum Bebelplatz hin ausgerichtet.
Wir stehen auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Rechts von der Staatsoper liegt der weite Bebelplatz, links davon ein Hain mit Bäumen.
Die Fassade hat eine Breite von ca. 45 und eine Höhe von ca. 25 Metern. Sie besteht überwiegend aus hellem Sandstein. Unterteilen können wir die Fassade in den eigentlichen Gebäudekörper und in einen optisch prominenten Vorbau mit doppelläufiger Freitreppe, undSäulenhalle mit Dreiecksgiebel. Der Gebäudekörper hinter dem Vorbau ruht auf einem etwa 2,5 Meter hohen Fundament, das aus einzelnen Steinen gemauert ist.
Die Fassade darüber ist glatt, altrosafarben und wird nur von einem großen und einem kleinen Sprossenfenster auf der linken und auf der rechten Seite unterbrochen. Zum Dach hin schließt die Fassade des Gebäudekörpers mit einem massiv wirkenden Steinsockel ab, der von einem kleinen Sims durchzogen ist. Auf ihm ist eine Balustrade mit jeweils rechts und links einem kleinem 6säuligem Durchbruch zu erkennen. Diese scheint begehbar zu sein und zieht sich auch um die Fassade herum. Erst darüber lässt sich ein flach ansteigendes grünliches Dach erkennen.
Der aufwendig ausgeschmückte Vorbau stellt ohne Zweifel das Highlight der Nordansicht dar. Sein etwa 30 Meter breiter Sockel ist recht nüchtern gestaltet.
Auf Straßenniveau befinden sich drei braune Holztüren, durch die die Besucher in die Oper hineingelangen. Zwischen den Türen hängen zwei Schaukästen mit dem Spielplan. Neben der rechten Tür ist eine kupferne Tafel mit Informationen zur Geschichte des Opernhauses angebracht, neben der linken Tür steht der Schriftzug „Deutsche Staatsoper“.
Zu beiden Seiten führen Treppen mit gusseisernen Geländern auf einen Absatz, und anschließend, nach einem Richtungswechsel, um 90 Grad auf ein Treppenpodest. Auf dem Podest bilden 6 Säulen zusammen mit dem oben aufsitzenden Dreiecksgiebel eine schmale Säulenhalle. Die Säulen sind nicht glatt, sondern von oben bis unten in parallelen Furchen gemeißelt, also nach griechischem Vorbild „kanneliert“, und schließen oben mit einem Kapitell ab.
Über den Säulen ist in der gesamten Breite der Halle der Schriftzug „FRIDERICUS REX APOLINIS ET MUSIS (König Friedrich für Apollo und den Musen)“ angebracht.
Der Dreiecksgiebel, auch Tympanon genannt, zeigt die Muse der Musik im Kreis der Künste, d.h. die Musik als Zentrum und die Allegorien der anderen schönen Künste (etwa Dichtung, Malerei, Skulptur, Tanz) um sie herum.
Auf den 3 Ecken dieses Giebels steht ganz oben eine Musen-Figur mit Lyra in der Hand (Erato, Muse der lyrischen Poesie), an den äusseren Ecken stehen rechts die Muse der Tragödie (Melpomene) mit der Maske in der Hand und links die Muse der Komödie (Thalia) ebenfalls mit einer Maske.
Auf dem Treppenpodest fällt der Blick durch die Säulen hindurch auf eine große hölzerne Kassettentür, die rechts und links durch je zwei Nischen umrahmt ist. In diesen stehen vier überlebensgroße Skulpturen der griechischen Theaterdichter Sophokles, Aristophenes, Menander und Euripides. Über jeder dieser Skulpturen sind kleinere Nischen mit weiteren Details.
Stand: Dezember 2025