Das Jüdische Museum

Kurzgefasst

Eine wirkliche Top-Sehenswürdigkeit in Berlin ist das Jüdische Museum mit nahezu 720.000 Besuchern jährlich. Eine multisensorische Architekturführung für Blinde und Sehbehinderte wird jeden Donnerstag um 18.00 Uhr angeboten. Diese Führung kann auch von Gruppen (bis maximal 12 Personen) gebucht werden. In diesem Fall wird um Anmeldung zwei Wochen vorher gebeten. Erkunden sie außerdem Libeskinds Jahrhundertgebäude bei Top Berlin! Grafiken für Sehbehinderte mit Beschreibungen, eindrücklich und unterhaltsam beschriebene Impressionen und natürlich jede Menge Informationen vermitteln einen Eindruck dieses wuchtigen Kulturortes.

Das Jüdische Museum

Das Jüdische Museum Berlin ist das größte jüdische Museum Europas. Es bringt dem Besucher zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte nahe. Das Museum beherbergt eine Dauerausstellung, mehrere Wechselausstellungen, Archive, eine Bibliothek, das Rafael Roth Learning Center und Forschungseinrichtungen. Es entstand 1962 aus der jüdischen Abteilung des Berlin-Museums, als West-Berliner Reaktion auf den Bau der Mauer.

Das heutige Museum setzt sich aus dem Altbau des barocken Kollegienhauses, dem ehemaligen Kammergericht und dem zickzackförmigen Neubau des Architekten Daniel Libeskind zusammen. Dieser gewann 1989 mit seinem Entwurf den ersten Preis des Architektenwettbewerbs für die Erweiterung des Berlin-Museums. 1992 wurde der Grundstein für den Neubau gelegt und 1999 mit dem Deutschen Architekturpreis gewürdigt.

Mit seinem Entwurfskonzept „between the lines“ (zwischen den Linien oder den Zeilen) ist der Neubau ein Dialog zwischen zwei Linien die sich immer wieder kreuzen und an deren Schnittpunkten sich leere Türme befinden. Die Verstrickung der Linien kann als Hinweis auf die deutsch-jüdische Verflechtung in der Gesellschaft gedeutet werden.

Nach der feierlichen Eröffnung am 9. September 2001 war das Museum erst am 13. September 2001 für das Publikum zugänglich, aufgrund der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September, wurde der geplante Eröffnungstermin um zwei Tage verschoben. Seit der Eröffnung bis Ende 2011 hatte das Museum knapp 7,5 Millionen Besucher, es gehört damit zu den meistbesuchten Museen Berlins, denn der Neubau des Jüdischen Museums begeistert die Besucher besonders durch seine innovative Architektur.

Der erste Eindruck vom Gebäude ist der einer unzugänglichen Burg, ohne überschaubare Form und direkten Eingang, mit kleinen Schlitzfenstern und einer Zinkfassade, die nichts über das Innere preisgibt. Altbau und Neubau haben keine oberirdisch sichtbare Verbindung, sondern sind nur durch das Untergeschoss miteinander verbunden. Durch den Eingangsbereich im Altbau gelangen Besucher über eine schwarze Schiefertreppe ins Untergeschoss des Neubaus, in dem sich die Hauptausstellung des Museums, kleine temporäre Ausstellungen und das Rafael Roth Learning Center befinden.

Libeskind hat seinem Bau drei sich kreuzende schiefe „Achsen“ gegeben.

Die „Achse der Kontinuität“, die an einer hohen, zur Dauerausstellung führenden Treppe endet, die „Achse des Exils“ und die „Achse des Holocaust oder Vernichtung“. Die „Achse der Kontinuität“ führt über einen sehr schmalen Weg in die Helle und Weite des Treppenhauses und symbolisiert damit Hoffnung und das Weiterbestehen jüdischen Lebens in Berlin. Die „Achse des Exils“ führt aus dem Gebäude hinaus in den „Garten des Exils“, eine tiefer liegende quadratische Fläche, deren begrenzende Betonmauern die Sicht in die Umgebung verhindern. Im Garten des Exils stehen 49 sechs Meter hohe Betonstelen auf einem schiefen Grund, auf denen unzugänglich Ölweiden gepflanzt sind, das jüdische Symbol für Frieden und Hoffnung, hier stehen sie zudem für einen unerreichbaren Garten, einen Garten Eden. Die Zahl 49 nimmt Bezug auf das Gründungsjahr des Staates Israel, 1948, während die 49. Stele in der Mitte für Berlin steht.

Im Museumsneubau gibt es mehrere auf einer gebrochenen Linie angeordnete sogenannte „Voids“, vollkommen leere Räume, die sich vom Keller bis zum obersten Geschoss erstrecken. Diese Leere, dieses Nichts steht als Sinnbild für alles Verlorengegangene und Zerstörte, nicht mehr Ausstellbare. Die „Voids“ sind mit Ausnahme des „Memory Void“, in dem sich die Installation Shalechet – Gefallenes Laub von Menashe Kadishman befindet, nicht begehbar, von manchen Stellen aus aber einsehbar

Im „Memory Void“ sind über 10.000 Gesichter aus Stahlblech unterschiedlicher Ausführungen auf dem Boden verteilt, die nicht nur an die im Holocaust ermordeten Juden erinnern sollen, sondern allen Opfern von Krieg und Gewalt gewidmet sind. Dem Besucher steht es dabei frei, darüber zu gehen. Entscheidet er sich dafür, so erzeugt dies metallische Klänge. Es ist nicht möglich, sich leise fortzubewegen. Dies ist sicherlich eine Absicht des Künstlers: man gibt den Menschen ihre Stimme zurück.

2007 wurde der Neubau durch den Glashof nach dem Entwurf von Daniel Libeskind erweitert. Ein Glasdach überspannt den 670m² großen Innenhof des U-förmigen barocken Altbaus, und wird von vier freistehenden Stützenbündeln aus Stahl getragen. Der Entwurf bezieht sich auf das jüdische Laubhüttenfest „Sukkot“, einem frühen Erntedankfest, das in Erinnerung daran gefeiert wird, dass die Israeliten während der Wüstenwanderung in Hütten gelebt haben. Mit dem Glashof gewinnt das Museum einen Veranstaltungsraum für rund 500 Personen.

Kontakt

Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9-14
10 96 9 Berlin

Öffnungszeiten

täglich von zehn Uhr bis 19 Uhr

Preise

  • Eintritt: frei
  • Leihgebühr Audioguide: drei Euro

Telefon: 030 / 25 99 33 00
Telefon Führungen: 030 / 25 99 33 05
Telefon Kartenvorbestellung: 030 / 25 99 34 88
E-Mail: info@jmberlin.de
E-Mail Führungen: gruppen@jmberlin.de
Internet: www.jmberlin.de

Termine für öffentliche Führungen finden Sie auf der Webseite über Internet: www.jmberlin.de/fuehrungen
Nähere Informationen zum Donnerstagstermin finden Sie über Internet: www.jmberlin.de/fuehrung-architektur-fuer-alle-sinne

Hilfsmittel

Blindenführhund willkommen, Audioguide und multisensorische Architekturführung für Blinde und Sehbehinderte

Wegbeschreibung

Wegbeschreibung vom U-Bahnhof Kochstraße (U6) zum Haupteingang des Jüdischen Museums Berlin, Lindenstraße 9-14, 10 96 9 Berlin

Audiodatei: Wegbeschreibung vom U-Bahnhof Kochstraße (U6) zum Haupteingang des Jüdischen Museums Berlin, Lindenstraße 9-14, 10 96 9 Berlin

Begriffserklärungen und Erläuterungen zu den Wegbeschreibungen finden Sie hier im Glossar auf unserer Seite

Am Leitsystem bis zum Ende des Bahnsteigs in Fahrtrichtung Alt-Mariendorf. Einige Meter weiter. Der Treppenaufgang endet auf der Fußgängerinsel der Friedrichstraße. Wenige Schritte weiter bis zum Bodenindikator. Achtung: Poller! Links entlang. Die Friedrichstraße überqueren. Rechts entlang. Rechter Hand Friedrichstraße. Etwa 100 Meter weiter (Achtung: Häuserkante möbliert!) bis zur T-Kreuzung Friedrichstraße / Besselstraße. Achtung: Poller! Die Besselstraße überqueren. Achtung: Poller! Rechter Hand Friedrichstraße. Etwa 150 Meter weiter bis zur vierten Einfahrt. Etwa 90 Meter weiter (Achtung: Häuserkante möbliert!) bis zur Plus-Kreuzung Friedrichstraße / Franz-Klühs-Straße. Poller. Links entlang. Rechter Hand Franz-Klühs-Straße. Etwa 140 Meter weiter bis zur T-Kreuzung Franz-Klühs-Straße / Lindenstraße. An der taktilen Ampel die Lindenstraße mit Fahrradwegen und Mittelstreifen überqueren. Einige Meter weiter. Links entlang. Linker Hand Lindenstraße. Etwa 150 Meter weiter bis zur T-Kreuzung Lindenstraße / Straße Am Berliner Museum. Achtung: Poller! Achtung: Die Straße Am Berliner Museum ist wie eine Einfahrt gepflastert. 180-Grad-Drehung. Rechter Hand Lindenstraße. Etwa 20 Meter weiter. An der Häuserkante orientieren. Einige Meter weiter bis zur Einfahrt. Linker Hand erster Poller. Die Einfahrt überqueren. Linker Hand dritter Poller. Links entlang. Linker Hand dritter Poller. Am linken Pflastersteinstreifen orientieren. Etwa 30 Meter weiter (dem rechtsbiegenden Verlauf folgen!) bis zum Abzweig. Links entlang. Einige Meter weiter ist der Eingang zum Jüdischen Museum. Achtung: Drehtür! Barrierefreier Eingang links. Personal vor Ort.

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