Kollwitzkiez

Der Kollwitzkiez

Berlin hat viele Facetten und viele Kieze, einer davon im Prenzlauer Berg ist der Kollwitzkiez, die Wohngegend um den nach der Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz benannten Platz. Kollwitzplatz (vormals Wörther Platz seit 1875) und Kollwitzstraße erhielten ihren Namen 1947 zu Ehren der Bildenden Künstlerin (1867-1945). Sie lebte zusammen mit ihrem Mann, dem sozial engagierten Armenarzt Karl Kollwitz, in der heutigen Kollwitzstraße 56 a, wo eine Plakette an der Fassade daran erinnert. Hier, in den Altbauten des früheren Arbeiterviertels, hatten schon zur DDR-Zeit Protestbewegung und Avantgarde ihren Platz.

Heute sind es vor allem Cafés und Clubs – und Leben rund um die Uhr. Hier treffen sich die Werber und die Lebenskünstler, die Touristen und die Kreativen. Sie frühstücken nach einer ausgiebigen Partynacht bis nachmittags um fünf und trinken Latte Macchiato. Man ist gerne hier, denn hier ist man gleichzeitig mitten drin und trotzdem unter sich. Die Wohngegend um den Kollwitzplatz stand seit Mitte der 1970er Jahre für das besondere Lebensgefühl im Prenzlauer Berg. Aus Ost-Berlin und verschiedenen Ecken der DDR kamen junge Menschen und besetzten hier leerstehende Wohnungen. Mit ihrem Outfit symbolisierten sie alternative Lebensformen. Rund um den Kollwitzplatz entwickelten sich Subkulturen, die den Mythos des Prenzlauer Bergs begründeten. Unkonventionelle Künstler, oppositionelle Gruppen und bürgerschaftlich Engagierte zählten dazu. In Wohnungen fanden Dichterlesungen und Ausstellungen statt, in Kellern spielten schräge Bands. Im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins 1987 wurde die Husemannstraße modellhaft rekonstruiert und wurde zum Prestigeobjekt sozialistischen Wohnungsbaus.

Vor einigen Jahren also noch ein Experimentierfeld für Abenteurer und Kreative mit dem Anstrich des Provisorischen, präsentiert sich die Gegend um den Kollwitzplatz jetzt eher etabliert. Die Häuser sind zum größten Teil saniert und erstrahlen als frisch geschminkte Jahrhundertwende-Schönheiten, idyllisch-pittoresk wie ein Glanzbild. Nur vereinzelt blättert der Putz noch ab und gibt den Blick frei auf alte Ladeninschriften und verrottetes Mauerwerk. Hier verkehrt tagsüber und abends ein gut gekleidetes jüngeres Publikum. Sommers erstrahlen die alten Straßenzüge in geradezu mediterranem Flair, wenn jeder erdenkliche Platz genutzt wird, um Stühle auf die Straße zu stellen. Am Kollwitzplatz findet man typische Berliner Gründerzeithäuser, die in den 1880-er Jahren erbaut wurden. Hier ist ein gutbürgerliches Wohnquartier mit 5-geschossigen, stuckverzierten Mietshäusern, deren Innenhöfe und Hinterhäuser mit Seitenflügeln und Quergebäuden ausgestattet sind. Der Mittelpunkt des Kiezes ist der Kollwitzplatz mit Wochenmarkt.

Der Bummel über den Markt führt die Besucher im Anschluss meist in das umliegende Viertel, das mit seinen kleinen Geschäften, Manufakturen, Cafes und Restaurants zum Verweilen einlädt.

Die Synagoge im Kollwitzkiez befindet sich in der Rykestraße 53. Seit ihrer Wiedereinweihung 1953 ist sie mit dem 2000 nach dem Umbau 1200, Plätze fassenden Bet-Raum die größte Synagoge Deutschlands. Am südlichen Ende der Rykestraße befindet sich inmitten einer erhöhten Grünanlage der sogenannte „Wasserturm Prenzlauer Berg“, der heute nicht mehr als solcher genutzt wird. Das Gebäude wurde 1852-1877 als Wasserreservoir für die neu entstehenden Wohngebiete im Berliner Nordosten errichtet und wird von den Berlinern „Dicker Herrmann“ genannt. Die Kulturbrauerei ist ein 25.000 m² großes Bauensemble. Sie steht mit ihren Höfen und ihrer einzigartigen Architektur seit 1974 unter Denkmalschutz und gehört zu den wenigen gut erhaltenen Berliner Industriearchitekturdenkmälern vom Ende des 19. Jahrhunderts. Sie wird von der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) kommerziell als Kulturzentrum im Kollwitzkiez des Ortsteils Prenzlauer Berg (Bezirk Pankow) betrieben. Dort befinden sich unter anderem Kinos, Theater, Diskotheken und Veranstaltungsräume.

Viele kleine Straßencafés, Bars und Restaurants befinden sich rund um den Kollwitzplatz und in den umliegenden Straßen. Sehr beliebt sind auch die Sonnenplätze an der Knaackstraße gegenüber dem Wasserturm. Italienisch, japanisch, thailändisch, französisch, russisch, spanisch, Imbiss nach Schweizer Art oder gutbürgerlich deutsch, für jeden Geschmack findet sich das Richtige. Direkt am Kollwitzplatz befindet sich auch ein Kinderspielplatz, meistens sehr gut gefüllt. Die Atmosphäre im Kiez mit seinen Yoga-Kursen für Schwangere, Bioläden, Kindercafés und der Vielzahl von Kinderbetreuungsmöglichkeiten zieht viele junge Paare an. Auch in den nächsten Jahren werden in Prenzlauer Berg Familien leben und mehr Kinder geboren werden. Aber nicht alle Bewohner sind Eltern oder Kinder – auch wenn das Straßenbild den Eindruck erwecken mag.

Der Kollwitzkiez befindet sich nahe am Stadtbezirk Mitte und bietet mit unzähligen Straßenbahnlinien, S- und U- Bahn Stationen perfekte Anschlüsse zu allen Orten in der Stadt. Andererseits ist der Kiez auch eine gehobene Wohngegend, so dass am Abend der Großstadtlärm außen vor bleibt.

Wegbeschreibung

Wegbeschreibung von der Straßenbahnhaltestelle Marienburger Straße (M2) zum Zentralpunkt / Sternverteiler Pluskreuzung Wörther Straße / Kollwitzstraße.

Begriffserklärungen und Erläuterungen zu den Wegbeschreibungen finden Sie hier im Glossar auf unserer Seite

Fahrtrichtung Alexanderplatz

Am Leitsystem bis zum Ende des Bahnsteiges entgegen der Fahrtrichtung. Rampe. Wenige Schritte weiter. Links entlang. An der taktil-akustischen Ampel die Prenzlauer Allee überqueren. Rechter Hand Wörther Straße.

Wenige Schritte weiter. Achtung: Fahrradweg! Linker Hand Litfaßsäule! Den Fahrradweg überqueren. Rechts entlang. Rechter Hand Prenzlauer Allee. Wenige Schritte weiter. An der taktil-akustischen Ampel die Wörther Straße mit Fahrradweg überqueren. Achtung: Poller! Rechter Hand Prenzlauer Allee. Links entlang. Linker Hand Wörther Straße. An der Häuserkante orientieren. Etwa 100 Meter weiter (Achtung: Häuser- und Straßenkante möbliert!) bis zur Pluskreuzung Wörther Straße / Rykestraße. Achtung: Poller! Die Rykestraße ist wie eine Einfahrt gepflastert. Die Rykestraße überqueren. Achtung: Poller! Linker Hand Wörther Straße. An der Häuserkante orientieren. Etwa 150 Meter weiter (Achtung: Häuser- und Straßenkante möbliert!) bis zur Pluskreuzung Wörther Straße / Kollwitzstraße. Die Kollwitzstraße überqueren. Achtung: Poller! Linker Hand Wörther Straße.

Fahrtrichtung Heinersdorf / Am Steinberg

Am Leitsystem bis zum Ende des Bahnsteiges entgegen der Fahrtrichtung. Rampe. Wenige Schritte weiter. Achtung: brusthoher Mülleimer! Rechts entlang. An der taktil-akustischen Ampel die Prenzlauer Allee mit Straßenbahnschienen überqueren. Achtung: Poller! Linker Hand Wörther Straße. Wenige Schritte weiter. Achtung: Fahrradweg! Den Fahrradweg überqueren.

An der Häuserkante orientieren. Etwa 100 Meter weiter (Achtung: Häuser- und Straßenkante möbliert!) bis zur Pluskreuzung Wörther Straße / Rykestraße. Achtung: Poller! Die Rykestraße ist wie eine Einfahrt gepflastert. Die Rykestraße überqueren. Achtung: Poller! Linker Hand Wörther Straße. An der Häuserkante orientieren. Etwa 150 Meter weiter (Achtung: Häuser- und Straßenkante möbliert!) bis zur Pluskreuzung Wörther Straße / Kollwitzstraße. Die Kollwitzstraße überqueren. Achtung: Poller! Linker Hand Wörther Straße.

Gastronomie im Kollwitzkiez

Einkaufen im Kollwitzkiez

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