Siegessäule

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Die Siegessäule

Die Berliner Siegessäule steht inmitten des Großen Sterns, einem mehrspurigen lauten Kreisverkehr, der täglich von etwa 180.000 Autos befahren wird und mit fünf Zugangstrassen aus der Vogelperspektive betrachtet wie ein Spinnennetz wirkt inmitten des Grüns des „Tiergarten“, eines großen Parks. Ihr Symbolgehalt war in den letzten 137 Jahre vielen Wandlungen unterworfen. Die Säule selber, die aus vier sich nach oben verjüngenden Trommeln aus Sandstein besteht, steht auf einer runden begehbaren Säulenhalle, welche wiederum auf einem quadratischen Sockel aus poliertem rotem Granit steht. Allein der Sockel ist über sieben Meter hoch. Die Säule hat an ihrer breitesten Stelle einen Durchmesser von fast sieben Metern und ist aufeinander gebaut auf vier sogenannten Trommeln. Oben auf der Säule befindet sich eine weithin sichtbare Skulptur. Dargestellt ist die Viktoria, die Siegesgöttin aus der römischen Mythologie. Einschließlich der Viktoria ragt die Siegessäule etwa 67 Meter in den Berliner Himmel. Über vier Torhäuser erreicht man zwei unterirdische Tunnelgänge, die einen unter dem Kreisverkehr hindurch direkt zur Säule führen. Wer gut zu Fuß ist und die Enge der Wendeltreppe nicht scheut, kann im Inneren der Siegessäule über 285 Stufen bis auf eine etwa 55 Meter hohe Plattform steigen.

Die Siegessäule, die ursprünglich auf dem Königsplatz, dem heutigen Platz der Republik vor dem Reichstag stand, sollte die Deutschen ursprünglich gleich an drei gewonnene Kriege erinnern, und dies bestimmt auch das Erscheinungsbild des Denkmals. An den damals noch drei Säulentrommeln wurden mit Girlanden versehene vergoldete Kanonenrohre aus den Einigungskriegen des 19. Jahrhunderts gegen Dänemark, Österreich und Frankreich angebracht. Am 2. September 1873, dem Nationalfeiertag und dritten Jahrestag der entscheidenden Schlacht von Sedan, wurde sie eingeweiht. Und auch die krönende Viktoria ist als Symbol preußischen Machtdenkens zu verstehen. Dargestellt ist die nach vorne schreitende Göttin mit wehendem römischem Gewand und Adlerflügeln am Rücken. In den Händen hält sie einen Lorbeerkranz und einen Speer als Siegeszeichen. Die Figur besteht aus der Bronze erbeuteter Kanonen und ist 8 Meter 30 hoch und 40 Tonnen schwer. Sie ist komplett vergoldet, was ihr auch den berlintypischen Spitznamen „Goldelse“ einbrachte. Und die Berliner hängen an ihrer Goldelse. Im Jahr 2010 wurde sie generalüberholt und mit 1,2 Kilogramm Blattgold im Wert von 31.000 Euro versehen.

Auch die Nationalsozialistische Regierung wollte sich gerne einmal siegen sehen und so bezogen sie die Siegessäule in ihre Planungen für die Welthauptstadt Germania ein. Auf das Geheiß von Hitlers Lieblingsarchitekt Albert Speer zog die Siegessäule 1939 vom Königsplatz an den heutigen Standort am Großen Stern. Darüber hinaus wurde sie mit einer vierten Trommel um 6,5 Meter erhöht.

Soviel Kriegsverherrlichung blieb natürlich nicht unbeantwortet. Die Franzosen und sogar der Magistrat von Berlin wollten nach dem Zweiten Weltkrieg den Abriss, konnten sich aber im Alliierten Kontrollrat gegen Briten und US-Amerikaner nicht durchsetzen. Am 15. Januar 1991 wurde von den Revolutionären Zellen ein Sprengstoffanschlag auf die Siegessäule verübt. Die Revolutionären Zellen waren eine militante Vereinigung, die sich als Teil der Autonomen Bewegung verstand. Der zwei Kilogramm schwere, an der Aussichtsplattform angebrachte Sprengsatz konnte aber nur leichte Beschädigungen anrichten. Das war aber nicht das erste Mal, schon in den zwanziger Jahren sollte die Säule durch eine anarchistische Zelle zerstört werden, der Plan wurde aber vorher verraten.

Inzwischen erstreckt sich der Symbolgehalt der Siegessäule auch auf weit zivilere Bereiche. Sie war medienwirksamer Mittelpunkt von Großveranstaltungen wie der Loveparade und am 24. Juli 2008 hielt Barack Obama im Rahmen des US-Präsidentschaftswahlkampfes vor der Siegessäule eine Rede.

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